Gottschalk Live – Fass ohne Boden?

Was haben Thomas Gottschalk und Harald Schmidt gemeinsam? Richtig: Keine Zuschauer!

Inzwischen läuft „Gottschalk Live“ in der dritten Woche und egal, wen er sich in sein „Wohnzimmer“ einlädt – es interessiert offenbar niemand. Dagegen läuft Harald Schmidt aber inzwischen regelrecht zu Hochform auf, bietet ihm Gottschalks Versagen doch reichlich Boden für bissige Kommentare und Seitenhiebe. Da kann sich der Meister des Sarkasmus endlich mal wieder richtig austoben. Und das bietet doch einen deutlich höheren Funfaktor als Gottschalks einschläfernde Vorabendposse. Würde man die „Harald Schmidt Show“ eine halbe Stunde bis Stunde früher programmieren, könnte sie meines Erachtens wieder ein richtiger Quotenhit werden.

Es gibt eben keine zweite Chance für einen ersten Eindruck. Und den haben sich Gottschalk und die ARD mit der hektischen, werbeverseuchten und -zerstückelten Premierensendung am 23. Januar – auf gut Deutsch gesagt – ordentlich versaut. Trotz schneller Reaktion und Nachbesserung gleich in der zweiten Sendung konnte man die Traumquote  von insgesamt 4,34 Mio. Zuschauern in der ersten Sendung bisher nicht einmal mehr annähernd wiederholen. Und „schön reden“ hilft auch nicht weiter. Im Chat nach der ersten Sendung antwortet Gottschalk auf die Frage, wozu Bully Herbig überhaupt da war, wenn er doch kaum zu Wort gekommen ist: „Och, er war zufrieden, mehr wollte er gar nicht sagen.“ Das hat sich dann bei Bullys Besuch in der „Harald Schmidt Show“ vergangene Woche doch ganz anders angehört. Denn er hatte eine ganze Menge zu sagen und bei Schmidt hat er richtig Spaß gemacht. Bei Gottschalk war er letzten Endes nur schmückendes Beiwerk.

Für so eine kurze, tägliche Sendung reicht es eben nicht, einfach nur Gottschalk zu sein und schnell mal irgendwelche Promis durchs Bild zu schieben. Hier muss man dem Zuschauer auch inhaltlich was rüber bringen. Heute schaltet doch niemand mehr ein, nur um irgendwelche Promis zu sehen. Dafür sind sie dank YouTube und SocialMedia selbst ständig viel zu präsent. Man will doch dann wenigstens mehr erfahren, als man sowieso schon überall zu hören und zu lesen kriegt.

Bleibt abzuwarten, wie lange sich die Verantwortlichen das mit ansehen, bevor sie ihre Konsequenzen – welcher Art auch immer – ziehen.

Hier nochmals zum Nachlesen, meine Facebook-Kommentare der ersten Woche „Gottschalk Live“:

MONTAG
Gottschalk Live = absolute Nullnummer! Die ARD zerstört eine sowieso schon nur halbstündige Sendung mit Werbeunterbrechungen ohne Ende. Und dann will man auch noch Gäste präsentieren. Armer Bully. Da ist man ja bei „Wetten, dass…?“ mehr zu Wort gekommen. 
Und das in einem gebührenfinanzierten Programm. Eine Schande! Ich will mein Geld zurück!

DIENSTAG
Zweite Sendung „Gottschalk Live“ deutlich angenehmer. Immer noch reichlich Platz nach oben, aber wenigstens die Werbeblöcke sinnvoller gesetzt. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, dass eine nicht einmal halbstündige Sendung in einem gebührenfinanzierten Programm von Werbung unterbrochen wird.

MITTWOCH
Heute bin ich etwas später mit meinem Kommentar zu „Gottschalk Live“. Liegt einfach daran, dass mich die Sendung dermaßen narkotisiert hat, dass ich nicht mehr vom Sofa hoch gekommen bin.
 Also wenn ich mir morgen noch ne Filmvorstellung angucken muss, hab ich keine Lust mehr, nächste Woche überhaupt nochmals einzuschalten. Fällt denen denn nix anderes ein? Trauriges Bild, wenn ich mir die Zahl der Mitarbeiter im Abspann ansehe. Da werden doch nur wieder unsere Gebührengelder verbrannt. 
Morgen, 19:20 Uhr, ARD: Gottschalks letzte Chance, mich davon zu überzeugen, dass seine Sendung künftig sehenswert ist.

DONNERSTAG
DANKE THOMMY!! Heute keine weitere Filmvorstellung bei „Gottschalk Live“. Gott(schalk) sei Dank! Mein Highlight heute: Füße auf den Tisch – kam echt lässig. Ich fühlte mich unwillkürlich an die lockeren „Na sowas!“-Zeiten erinnert. Trotzdem bleibt die Frage: Was möchte uns der Künstler mit diesem Werk sagen?
Nach der ersten Woche „Gottschalk Live“ zeigt sich:
Zu viele Gäste für die kurze Sendezeit, zu wenig vom versprochenen Social Media in der Sendung und dann noch ständig diese Hektik und das letztendlich doch schlechte Timing um irgendwie mit Werbe- und Wetterbreaks klar zu kommen.
Ich bezweifle, dass man mit einem derart ziellosen Experiment dauerhaft Quote machen kann. Hier fehlt einfach eine klare Ausrichtung, sowohl inhaltlich als auch zielgruppentechnisch.
Und wenn die ARD schon mit einer täglichen, halben Stunde Gottschalk prahlt, dann sollte sie die ihm und auch dem Zuschauer ohne jegliche Unterbrechungen zugestehen. Denn durch die Breaks wirkt der Spontanmensch Thomas Gottschalk wie in ein Korsett gezwängt. Und unter solchen Zwängen funktioniert er einfach nicht.
Fazit: Ich werde künftig nicht zwingend einschalten, aber es wahrscheinlich doch häufiger tun, da die Alternativen um diese Sendezeit auch nicht besser sind.
Außerdem möchte ich gerne Caro kennenlernen. 😉

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